npd-augsburg.de - NPD Kreisverband Augsburg

10.01.2013

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Hurra – wir „verteidigen“ jetzt die Türkei!

Verhängnisvolle Marschkompaßzahlen der deutschen Außenpolitik

Nun sind deutsche Soldaten also auf dem Weg in die Türkei. Erneut haben die Blockparteien im Bundestag mit einem äußerst fragwürdigen Beschluß die Bundeswehr in einen Einsatz mit ungewissem Ausgang geschickt.

Angeblich geht es darum, die Türkei durch das Luftabwehrsystem „Patriot“ vor Angriffen aus dem bürgerkriegsgeschüttelten Syrien zu „beschützen“.

Das ist natürlich eine vorgeschobene Behauptung. Das „Patriot“-Luftabwehrsystem kann Flugzeuge, Marschflugkörper und ballistische Mittelstreckenraketen bekämpfen.

Allein daran erkennt man, daß die verantwortlichen Politiker anderes im Sinn haben und dies von ihrem dumpfen Stimmvieh im Bundestag abnicken lassen.

Blicken wir zurück. Vor fast zwei Jahren wurden in mehreren arabischen Staaten mit mehr oder weniger blutigen Revolutionen und Bürgerkriegen einige Regime gestützt. Dies geschah mit politischer, materieller, geheimdienstlicher und offen militärischer Unterstützung des „Westens“, hauptsächlich der USA, Großbritanniens und Frankreichs, sowie einiger diktatorischer Golfstaaten. So hat Katar z.B. den kompletten Neubau eines Seehafens in Libyen finanziert, über den die Logistik für die Anti-Ghadafi-Bürgerkriegstruppen abgewickelt wurde.

Während in der Mittelmeerregion, in Tunesien, Libyen und Ägypten, der Regimewechsel gelang und die Lage in diesem Ländern nun alles andere als stabil ist, wurde in einem anderen arabischen Land eine nicht vom „Westen“ unterstützte Demokratiebewegung blutig niedergeschlagen. Die Rede ist von Bahrein. In dieses Land sind saudi-arabische Truppen einmarschiert und haben dem absolut regierenden Herrscher Bahreins den Thron gerettet. Damals hat man von der politischen Klasse der BRD kein lautstarkes Gejammere über Menschenrechte u.ä. vernommen. Ganz im Gegenteil rüstete man die totalitäre Diktatur in Riad mit deutschem Kriegsgerät aus, neben Leopard-Panzern jetzt auch mit leichten Radpanzern, die besonders für die Aufstandsbekämpfung geeignet sind.

In Syrien gestaltete sich die Situation aber von Anfang an anders. Das Assad-Regime, welches zu den liberalsten in der islamischen Welt gehört, brach nicht zusammen, weil es den Rückhalt der Mehrheit des syrischen Volkes besaß. Die bunt zusammengesetzte syrische Opposition hatte – anders als in Tunesien oder Ägypten -  keine Massenwirkung und war militärisch keine Gefahr, sondern beschränkte sich auf Terroranschläge und die Ermordung von Anhängern des Assad-Regimes.

Also mußte dem „Kampf für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte“ wieder einmal von außen nachgeholfen werden. Das türkische Grenzgebiet zu Syrien wurde zum Aufmarschgebiet der Anti-Assad-Truppen. Unter syrischen Flüchtlingen wurden Freiwillige rekrutiert, die in Ausbildungslagern vom US-Geheimdienst CIA und anderen Bürgerkriegsspezialisten auf den Kampf in Syrien vorbereitet wurden und werden.

Zudem trafen hunderte erfahrener Kämpfer im Grenzgebiet ein, die vorher in Libyen gegen das Ghadafi-Regime im Einsatz waren. Die finanziellen Mittel für die gesamte Operation stellen auch hier hauptsächlich Katar und Saudi-Arabien bereit.

Aus den Ausgangsstellungen der der Anti-Assad-Truppen in der Türkei griffen diese die syrischen Regierungstruppen und Einrichtungen in Syrien an. Bei diesen Kämpfen im Grenzgebiet kam es vereinzelt vor, daß von syrischen Truppen abgefeuerte Artilleriegeschosse auf türkischem Gebiet einschlugen. Dabei wurden auch türkische Zivilisten getötet und verwundet.

Aus diesen Einzelfällen die Notwendigkeit eines Einsatzes von „Patriot“-Systemen zu konstruieren und zu behaupten, der „NATO-Partner“ Türkei müsse vor Syrien geschützt werden, ist eine dreiste Lüge, die um so weniger glaubwürdig ist, als die westlichen Lügenpolitiker und ihre Presse unisono behaupten, das Schicksal des Assad-Regimes sei ohnehin besiegelt und sein Ende nur noch eine Frage der Zeit.

Das Assad-Regime in Syrien stellt in der Tat für den „Westen“ ein Hindernis in seiner geopolitischen Strategie im Nahen und Mittleren Osten dar. Die russische Flotte hat derzeit noch im Hafen Tartus ihren einzigen Militärstützpunkt im Mittelmeer. Die Destabilisierung Syriens und der Sturz der Assad-Regierung in Damaskus sind für die USA und die sie kontrollierenden Kriegstreiber der Hochfinanz die Voraussetzung für ihr eigentliches Ziel: einen Regimewechsel im Iran.

Vom Westen inszenierte Umsturzversuche sind in den vergangenen Jahren gescheitert, das Land scheint stabil, obgleich Teile der jungen Generation hauptsächlich in Teheran mit dem Mullah-Regime unzufrieden sind. Daher wird dem Iran seit geraumer Zeit vom Westen unterstellt, das Land wolle die Atombombe, um andere Länder zu bedrohen oder zu überfallen.

Seit mehreren hundert Jahren ist von Persien kein Krieg mehr ausgegangen, der Iran war hingegen seit dem Ende des zweiten Weltkrieges mehrfach Opfer von äußerer Einmischung und Aggression. Der Angriff des von den USA auch mit Giftgas aufgerüsteten Irak Anfang der achtziger Jahre auf den Iran kostete hunderttausende Menschenleben.

Wofür also werden deutsche „Patriot“-Abwehrsysteme in der Türkei stationiert? Dazu hilft ein Blick auf die Landkarte: die Entfernung von der türkisch-syrischen zur türkisch-iranischen Grenze beträgt gut 300 Kilometer. Die Türkei vor Syrien zu beschützen ist in etwa das Gleiche, als wollte man Spanien vor Portugal schützen. Eine Propagandabehauptung, welche die Entsendung deutscher Soldaten und Waffen in die Türkei rechtfertigen soll. Einmal im Einsatzgebiet, können sie ohne weiteres im Rahmen einer Militäraktion gegen den Iran eingesetzt werden.

Gegenwärtig werden in Schleswig-Holstein deutsche Marinesoldaten für einen Einsatz im Mittelmeer ausgebildet. In den nächsten Wochen sollen sie dorthin verlegt werden. Es darf davon ausgegangen werden, daß sich das Einsatzgebiet im Seegebiet vor der syrischen Küste befindet.

Die Bundesregierung ist weiterhin der Garant dafür, daß von deutschem Boden Krieg ausgeht und die Gefahr, als Folge dieser Politik in unkalkulierbare internationale Spannungen verwickelt zu werden, für unser Land rapide wächst. Eine verantwortungsvolle deutsche Friedens- und Sicherheitspolitik sähe anders aus. Eine solche freilich steht gar nicht auf der Agenda der Bundesregierung. „Unsere“ Außenpolitik wird in Washington gemacht und – vermutlich – in Israel maßgeblich mitbestimmt. Die Bundesregierung gibt nur den willigen Handlanger.

 

 

Neuen Kommentar schreiben

Bitte keine Beleidigungen oder strafrechtlich Relevantes, sonst werden Ihre Daten an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet.
54.161.118.57
Bitte akzeptieren Sie Cookies.
Bitte geben Sie die Zahlen aus dem Bild ein (Spamschutz).
Bitte geben Sie Ihren Namen ein! Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse ein. __KEINE_GUELTIGE_EMAIL__ Bitte Kommentar eingeben Bitte geben Sie die angezeigte Zahlenfolge ein. Bitte lesen und bestätigen Sie unsere Datenschutzerklärung.
» Zur Hauptseite wechseln

Bildschirmauflösung:  X  px Pixeldichte: